ERDREICH78 - Sow, Care & Reap

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Caspas herbe Kritik am neuen Max Herre Album

Der Kassenzettel meiner ersten Freundeskreis CD „Anna“ liegt immer noch in der Hülle. Seit genau 09.07.1997 16:02 gehöre ich zum Käuferkreis der Veröffentlichungen von Freundeskreis / Max Herre. Doch leider fand diese langjährige Kauflust an unglaublicher Musik am 18.09.2009 sein jähes Ende…und damit bin ich nicht alleine...

Meine Vorfreude auf ein neues Album aus dem Hause Herre war enorm. Die Hoffnung dass vielleicht da angeknüpft wird wo 2007 „FK10“ jede Zeile Gänsehaut erzeugte wurde beim durchhören der ersten Singleauskopplung „Geschenkter Tag / Blick nach vorn“ gleich schon mal im Keim erstickt und damit auch jeglicher feuchte Traum an eine Fortsetzung genialem deutschem Hip Hop Musikguts.

Und leider war auch noch der letzte Funken Hoffnung dass die Vorabsingle nur in den Bereich Experimentierkiste gehört erloschen als man bei I Tunes das erste mal in das neue Werk von Max hören konnte und sich der Gesang tatsächlich durch das gesamte Album zieht.

Mit keinem Lied auf diesem Album kann ich etwas anfangen. Und es wäre vielleicht nicht mal so schlimm dass Max jetzt singt, auch nicht dass er statt treibendem Beat über Instrumente singt, es ist mehr ICH VERSTEH NICHT WAS ER SINGT! Ok ich mein er hat keine Stimme für Gesang, aber das ist Geschmackssache und finde ich echt nebensächlich. Denn selbst wenn jemand nicht perfekt singen kann, er aber mit seiner Aussage und der Art wie es rübergebracht wird auf den Punkt trifft kann es ein guter Song sein. Doch selbst mit Rap wären mir die Aussagen dieser Tracks schleierhaft, erinnert einen irgendwie an die heile Welt der Volksmusik oder an seichten Pop.

Aber gut nachdem ich die Texte nicht verstehe oder Verstehen will hab ich mir Meinungen von Freunden eingeholt die sich wie ich mit der Frage beschäftigt haben WARUM MAX HERRE SO EIN ALBUM MACHT!!! Und die Aussage war immer die gleiche, keiner konnte mit diesem Album etwas anfangen. Was ist das Zielpublikum für diese Art Musik? Ich kenne einige die im tiefsten Herzen Hip Hop sind und voller Überzeugung auch Musik von Clueso feiern (was wohl am ehesten an den neuen Sound von Max rankommt) aber mit „Ein geschenkter Tag“ nichts anfangen können.

In einem Interview sagte er, er hätte mit Rap die Aussagen die er mit diesem Album machen will niemals so rüberbringen können wie mit Gesang. Dann frag ich mich allerdings warum ich vom ersten Schallplattenknistern an Gänsehaut bekommen wenn ich mir z.B. das Esperanto Album auf den Teller leg und bei Tracks wie „Blick nach vorn“ oder „Scherben“ kein Gefühl rüberkommt. Und vor allem warum ist es plötzlich so „in“ als abartiger Rapper auf eine dünne Gesangsstimme zurückzugreifen? Vielleicht will sich Max Herre ja abgrenzen von dem oft schlechten Image das Hip Hop in Deutschland hat. Aber für welchen Preis?

Fragen über Fragen die mir eh keiner beantworten kann.

Mit Sicherheit hat er auf jeden Fall ein paar sehr treue Unterstützer seiner Musik verloren, die nicht einfach nur seine Musik konsumierten sondern sie in gewisser Weise gelebt haben. Somit endet halt leider Saga in meiner Plattensammlung, na ja was solls es gibt ja noch so viel Gute Musik die es zu feiern gilt.

Herr Herre, vielen Dank für alle die Jahre und viel Spaß in der Popwelt!

Caspa